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An den verschiedensten Orten wie zunächst im Bürgermeisteramt und später in den Räumen des zweiten Torbogens am Aufgang zum Schloß („Türmchen“), wurde gearbeitet. Heute befindet sich das Archiv am Stadtmuseum, Obermühle 4.
Das Archiv wird von Beiratsmitglied Burkhard Steinhauer geleitet. Jeden Dienstag von 15.00 bis 18.00 Uhr treffen sich die ehrenamtlichen Experten um Material zu sichten, zu bestimmen, zu ordnen und eingegangene Anfragen zu beantworten. Die Erfassung aller Daten erfolgt mittlerweile natürlich per Computer. Es ist eine Tätigkeit meist ohne Publikum, ganz im Stillen. Eine umfangreiche Kartei mit Daten alter Braunfelser Familien und eine große Sammlung von Bildern und Fotografien aus der Vergangenheit sind besonders gehütete Schätze, auf die viele Institutionen und auch Vereine immer wieder zurückgreifen. Weiterer Bestandteil des Archivs ist eine Bibliothek mit Büchern zur allgemeinen Geschichte sowie spezielle Literatur zur Geschichte des Solmser Landes.
Ebenfalls Dienstags abends trifft sich der „aktive“ Kern des Vereins bestehend aus dem Vereinsvorstand und den Beiratsmitgliedern im Archiv, um aktuelle Themen zu besprechen und Veranstaltungen des Vereins vorzubereiten. Der Vorstand des 280 Mitglieder zählenden Vereins besteht aus dem 1. Vorsitzenden: Heribert Schmitz, dem 2. Vorsitzenden Rudolf Deusing, der Schatzmeisterin Elfi Deusing und der Schriftführerin Renate Fuhr. Die Mitgliederzahl konnte in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt werden.
Im Jahre 1972 hat die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft die Obermühle als Stadtmuseum eingerichtet. Das Gebäude, im Braunfelser Sprachgebrauch als "Brunnenkunst" bezeichnet, wurde erstmals 1445 als Mühle erwähnt. Sie sollte 1971 abgerissen werden. Das alte Pumpwerk für die Trinkwasserversorgung der Stadt Braunfels hatte ausgedient. Es wurde in einem Neubau durch ein Pumpwerk mit höherer Leistung ersetzt. Die Verantwortlichen fanden keine Verwendung für dieses historische Gebäude. Der Erhalt ist dem Einsatz der aktiven Heimatkundler zu verdanken. Hier sind in erster Linie zu nennen: Karl-Heinz Schellenberg, Werner Urban, Heinrich Stock, Berthold Möglich, Erwin Mensinger, Rudolf Linnertz und Heinz Ulzenheimer. Nicht nur, dass diese Männer selbst bei der Restaurierung des Gebäudes Hand anlegten, sie haben auch den größten Teil des Fundus geschaffen, der heute im Stadtmuseum Obermühle besichtigt werden kann. Das Stadtmuseum wurde damit zum zweiten großen Arbeitsgebiet der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft.
Der Zahn der Zeit hat im Laufe der Jahre an dem Gebäude genagt So wurde Mitte der 90iger Jahre eine umfangreiche Restaurierung notwendig. Sowohl Investitionen in die Bausubstanz als auch Zuschüsse z. B. durch den Museumsverband erforderten gleichzeitig ein neues, langfristiges Konzept für das Stadtmuseum.
Der erste Konzeptansatz für die neue Ausstellung bezog sich auf den Zeitraum von ca. 1850 bis 1930: Die Handwerker und Bürger von Braunfels. Im Gegensatz zum Schloßmuseum und der dortigen fürstlichen Sammlung. Das Konzept musste plötzlich erweitert werden. Durch großzügige Geldspenden Braunfelser Bürger konnte das Wasserrad in der Obermühle als Attraktion rekonstruiert werden. 1999 kam noch ein großes Gewölbe hinzu. Zur großen Überraschung fand man dort, unter etwa 3 m Schutt das Gerüst eines Hammerwerks aus dem Jahre 1728. Völlig erhaltene Eichenbalken mit Abmessungen im Querschnitt von 80 x 80 cm und ein 1 m dicker Baumstumpf, der als Unterlage für den Amboß gedient hatte, kamen zum Vorschein. Es sind die Reste einer sehr großen Konstruktion, deren außergewöhnlich guter Erhaltungszustand sich daraus erklärt, dass die Hölzer ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Diese Reste kann man heute durch eine begehbare Glasabdeckung besichtigen.
Nach der Neugestaltung in den Jahren 1999 und 2000 hat das Stadtmuseum Obermühle insgesamt 5 Schwerpunkte: • die wichtigsten Braunfelser Handwerker • die Arbeiten der Frau im und am Haus • das bürgerliche Wohnen • die Wasserkunst / Wasserversorgung • das Hammerwerk
Jährlich kommen etwa 3500 Personen in das Stadtmuseum Obermühle. Die Mitglieder der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft haben in den letzten 10 Jahren mit viel Freude, Leidenschaft und Engagement ca. 25.000 Stunden in der Obermühle ehrenamtlich gearbeitet und damit erhebliche geldwerte Leistungen erbracht.
Um die Aktivitäten des Vereins, insbesondere das Stadtmuseum Obermühle und seine Veranstaltungen, bekannt zu machen, bedarf es einer intensiven allgemeinen Pressearbeit. Die Heimatkundler geben jährlich viermal die Vereinszeitschrift „Turm Postille“ heraus.
Die Konfrontation mit der Vergangenheit ist keinesfalls nur Erwachsenensache. Mit ihrem Engagement in Sachen Kinder und Jugendliche möchte die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft auch diese Gruppen einbeziehen. Beteiligungen an den Braunfelser Ferienspielen in den letzten Jahren sind der Anfang.
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